Dienstag, 27. Mai 2008

Wie ich bisher wohnte und wo ich jetzt wohne...

Ich hoff natürlich, dass mich jeder, der nur kann, hier mal besuchen kommt, und sich selbst Tokyo und wo ich hier wohne, ansieht. Für die Zeit bis dahin aber, und alle anderen, hab ich gedacht, stell ich hier mal kurz Nakano vor, das Viertel in Tokyo wo ich wohne. Davor aber noch bischen dazu wie ich bisher hier gehaust habe...

Bevor ich mich an der Waseda Uni hier eingeschrieben hatte und die Praktika bei der JDG und Mitsubishi gemacht hab, hab ich meistens in Guesthouses von "Sakura House" gewohnt, einer Firma, die speziell für Ausländer hier Unterkünfte vermietet. Die sind zwar sehr praktisch (man kann extrem kurzfristig ein- und ausziehen) und liegen ziemlich gut, aber auch ziemlich teuer (verglichen mit den Zimmern und Wohnbedingungen). Gewohnt wird in WGs in denen man sich Bad und Küche mit anderen teilt. Je nach Mitbewohnern sind dann eben auch Sauberkeit und Atmosphäre. Bei mir war es soweit eigentlich immer ganz ok, hatte nette Leute und einigermassen saubere WGs. Hier mal ein Foto wie das dort aussah.

Als ich mich dann für die Uni hier eingeschrieben hatte, wollte ich aber doch ausziehen weil länger im Guesthouse zu wohnen nicht so wirklich toll ist. Die Mitbewohner wechseln im zwei Wochentakt, was nach einer Weile ziemlich nerven kann, und die Zimmer sind sehr eng, was es nicht erlaubt sich richtig einzurichten.
Also hab ich mich per Immobilienbüro auf die Suche nach einem Zimmer gemacht. Hauptkriterium für den Ort war, dass ich nahe an der Uni und auch sonst möglichst gut angebunden an das öffentliche Verkehrssystem bin. Ich hatte Nakano schon empfohlen bekommen und es passte für mich auch sehr gut rein. Ich hatte auch Glück und fand ein relativ günstiges Zimmer für das ich mich dann entschieden hab. Die Prozedur bis ich es dann aber endlich hatte war unglaublich aufwendig, mit viel Telefonieren und Verhandeln verbunden, da es vor allem für Ausländer nahezu ein Ding der Unmöglichkeit ist hier eine Wohnung zu finden. (die "kulturellen Unterschiede" schrecken japanische Vermieter ab...) Letztendlich nach 6 Wochen verhandeln ging es dann aber zum Glück und seitdem darf ich hier wohnen. :-)

Nakano ist übrigens am westlichen Rand vom Zentrum von Tokyo, also auf der anderen Seite als die Küste. Wie ich gerade hier auf Wikipedia lesen musste, ist es tatsächlich das am dichtest besiedelte Viertel in ganz Japan(!)... Unglaublich. Kein Wunder find ich nie nen Parkplatz für mein Fahrrad. Zu den Parkverhältnissen hier werd ich auf jeden Fall auch noch mal bloggen müssen. Wer noch paar Bilder mehr von hier sehen will, kann das auf meinem Webalbum tun.

Mirjam, meine Schwester ist übrigens auch gerade hier in Tokyo und macht einen Sprachkurs. Sie wohnt im Moment auch in einem Sakura House, allerdings eines wie ich es bisher noch nicht gesehen hab. Auf jeden Fall ein Foto wert :-D

Donnerstag, 22. Mai 2008

Blogtitel
















Als bei mir das Vorhaben reifte einen blog zu schreiben, musste ich mir natürlich auch einen Titel überlegen. Ich hab mich jetzt für das japanische Sprichwort: "mizaru, kikazaru, iwazaru" entschieden, das heisst soviel wie: "nichts sehen, nichts hören, nichts sagen" und dürfte in der Übersetzung dann den meisten doch etwas sagen denke ich. Vielleicht kennt ja der eine oder andere die Geschichte mit den drei Affen.
(wenn nicht kann man sich hier informieren)

Ich fand das Sprichwort schon immer sehr interessant und ich finde es passt auf eine bestimmte Weise sehr gut zu meinem Japan-bezogenen Blog, weil es eben zeigt, wie grundsätzlich Unterschiede sein können, und ein Vermeiden von Missverständnissen nahezu ausschließen.

Erster Eintrag :-)

Nachdem ja nun inzwischen schon jeder einen Blog hat, geb auch ich meinen Widerstand auf und fang jetzt auch damit an. In etwa so wie damals mit der Anschaffung des ersten Handies oder den ganzen social-networking plattformen. ^^;
Im Endeffekt haben aber doch einige Vorteile überwogen, nämlich das ganze als ein Tagebuchersatz nutzen zu können und eben auch die Möglichkeit für Familie und Freunde zu sehen, was ich gerade mache, ohne ständig von mir mit Rundmails zugemüllt werden zu müssen. ;-)

Ich werde denke ich erst einmal einige Nachträge machen, zum Beispiel zu meiner Uni und wo ich wohne, damit sich jeder davon auch mal ein Bild machen kann.

Normal werd ich wohl naturgemäß größtenteils über Japan schreiben. Ich find es immer noch unverändert spannend zu sehen wie hier westliche und asiatische Konzepte aufeinander stoßen. Damit meine ich jetzt weniger die ausgelutschte Binsenweisheit dass sich "Tradition und Moderne treffen" sondern mehr wie Japaner und Westler, wie wohl Viele nachvollziehen können, oft unverändert aneinander vorbeireden und man eigentlich die Hoffnung aufgeben müsste, dass es ein echtes gegenseitiges Verständnis geben könnte. Aber das wiederum ist wohl etwas, das auch nur allzu menschlich ist, und nicht nur auf hier beschränkt sein dürfte.